Tai-Chi
Die Entstehungsgeschichte des Tai Chi Chuan: Eine Legende erzählt von dem Einsiedler Zhang Sanfeng (Ende der südlichen Song-Zeit 1127-1279 bis Anfang der Ming-Dynastie 1368-1644), der von seiner Hütte auf dem Wudang-Berg aus den Kampf einer Schlange mit einer Elster beobachtete.Es beeindruckte ihn sehr, daß die Schlange in ihren runden Bewegungenden niederschnellenden Angriffen der Elster ausweichen konnteund sogar als Siegerin aus dem Kampf hervorging. Zhang Sanfeng begriff dadurch, daß alles Biegsame, Weiche letztlich allem Harten, Starren überlegen ist.Er wurde in der Erschaffung einer Kampfkunst inspiriert, deren grundlegende Elemente kreisende Bewegungen und Weichheit bilden - ein ständiges Wechselspiel der polaren Kräfte Ying (weibliche Kraft) und Yang (männliche Kraft).
Zunächst wurde Tai-Chi ausschließlich als Kampfkunst verstanden.Mit der Zeit wurde dem gesundheitsfördernden Aspekt des Tai Chi Chuan zunehmend Bedeutung beigemessen. Heutzutage wird gerade im Westen Tai Chi Chuan oft als Körpererfahrung, Meditation in Bewegung oder Heilgymnastik trainiert.
Es gibt verschiedene Schulen des Tai Chi Chuan. Der Yang-Stil (Yang Cheng-Fu 1883 – 1936) gilt hier als der am meist gelehrte;er umfasst in seiner großen Form achtundachzig Schrittfolgen.In China und Europa am weitesten verbreitet ist die kurze Form desYang-Stils (vierundzwanzig Schrittfolgen).